Spotlights: Embalsen

Aufforstung


Plan Nacional de Repoblación Forestal

Natürliche Waldbrände, verstärkt jedoch durch Rodung und Erosion, haben Spanien im Laufe der letzten Jahrhunderte zu einem waldarmen Land gemacht. Das Klima mit langen Trockenphasen und heißen Sommern hat die ungeschützten Böden weiter ausgetrocknet. Seit Beginn der 40er Jahre verfolgt Spanien daher ein Wiederaufforstungsprogramm, den "Plan Nacional de Repoblación Forestal". Ziel dieses Plans ist es, binnen 100 Jahren etwa 6 Millionen Hektar Wald aufzuforsten. Über die Hälfte dieser Fläche ist tatsächlich schon aufgeforstet. Doch entgegen der Zielsetzungen des Plans traten bei der Umsetzung vielfach ökologische Gesichtspunkte hinter kurzfristigen ökonomischen Interessen zurück.

Runsen-, Rillen- und Rachelspülung in "Badlands"
Runsen-, Rillen- und Rachelspülung in "Badlands" (33 KB)

Eukalyptus- und Kiefernwälder

Bei der Aufforstung wurden fast ausschließlich Monokulturen von Kiefern und Eukalyptus angebaut. Diese Baumarten waren für die industrielle Verwertung interessant. Kiefernholz eignet sich zur Spanplattenverwertung, und Eukalyptusbäume enthalten Rohstoffe für die Zelluloseherstellung. Die Landbevölkerung, in deren Regionen der Anbau erfolgte, hatte in der Regel nichts davon. Der Eukalyptus ist äußerst schnellwüchsig, gleichzeitig läßt er andere Baum- und Krautarten gar nicht zur Entfaltung kommen, da er sämtliches Wasser und Restmineralien für sich beansprucht. Die Folge ist, daß der Boden schnell austrocknet und schnell nährstoffarm wird und landwirtschaftlich nicht mehr genutzt werden kann.

Derzeit beginnt ein in Spanien ein Umdenkungsprozß. Man hat die langfristigen Folgen der rein "industriellen Beforstung" erkannt. Naturschutzgebiete wie Ciraja oder Monfragüe sind Aushängeschilder der neuen Gesinnung. Ob solche Ansätze jedoch gegen kurzfristige ökonomische Interessen, wie sie jetzt durch die Eingliederung Spaniens in die Europäische Gemeinschaft wieder angeheizt werden, eine Chance haben, ist fraglich.